Empfangstechnik

LNB ist nicht gleich LNB: Was Sie bei der Auswahl beachten sollten

Ein lesenswerter Artikel aus dem Jahr 2019

Eine niedrige Rauschzahl ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium für einen hochwertigen LNB – darauf weist jetzt der Hersteller Televes hin. Die spanischen Antennenspezialisten müssen es wissen: Ihre LNB der Serie SP wurden erst kürzlich von der Zeitschrift Satellit Empfang + Technik als Testsieger bewertet.

Vorab für alle, die sich noch nicht näher mit dem Thema Satellitenempfang auseinandergesetzt haben: Das Kürzel LNB steht für „Low Noise Block“, auf Deutsch „rauscharmer Signalumsetzer“. Das kompakte, im Brennpunkt der Parabolantenne befestigte Bauteil hat die Aufgabe, die hochfrequenten Satellitensignale zu verstärken und in einen vom SAT-Receiver verarbeitbaren Frequenzbereich, die sogenannte Zwischenfrequenz, umzusetzen. Vom LNB werden die so aufbereiteten Signale in der Regel über ein oder mehrere angeschlossene Koaxialkabel an die Empfänger verteilt.

Wer schon etwas mehr Erfahrung hat, dem ist bestimmt schon mal der Begriff Rauschzahl oder Rauschmaß begegnet: Ein niedriges Rauschmaß kann zur Signalqualität beitragen. Typische Werte heutiger LNB liegen zwischen 0,1 dB und 0,9 dB. Für HD-Empfang werden häufig LNB mit niedrigen Rauschwerten eingesetzt.

Viele Kriterien haben Einfluss auf die Empfangsqualität

Da der aktuelle Übertragungsstandard DVB-S2 des hochauflösenden Digitalfernsehens besondere Anforderungen stellt, sollten neben dem Rauschmaß allerdings weitere Kriterien Berücksichtigung finden. Denn die Signalqualität kann an vielen Stellen leiden: Eine mögliche Schwachstelle stellt beispielsweise der kegelförmige Ring an der Spitze des LNB dar, der für die Verstärkung und Filterung der Eingangssignale zuständig ist. Die Anfälligkeit für Störsignale steigt außerdem mit der Anzahl der Ausgänge (TWIN, QUAD, OCTO).

Bei Televes, dem spanischen Hersteller von TV-Empfangs- und Verteiltechnik, beugt man diesen möglichen Schwachstellen durch bestimmte technische Konstruktionsmerkmale vor. So setzt man beispielsweise für die interne Signalverarbeitung anstelle der üblichen Phasenregelschleife (PLL) einen elektrischen Schwingkreis ein, obwohl hierbei die Feineinstellung manuell erfolgen muss. Dies führt nach Herstellerangaben zu stabilen Empfangseigenschaften: So weist ein LNB von Televes laut Hersteller eine geringe Empfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen auf.

Wichtig für einen optimalen Empfang ist darüber hinaus noch das interne C/N-Verhältnis, auch Signal-Rausch-Abstand genannt, sowie das sogenannte Phasenrauschen. Und nicht zuletzt die Kreuzpolarisation, die ein Maß für die Trennung der beiden Polarisationsebenen des Satelliten (vertikal/horizontal) ist. Je höher deren Wert in dB, desto besser werden die Ebenen intern getrennt, ohne Störsignale zu verursachen.

LNB mit vier farblichen Anschlüssen
Quattro-LNB von Televes mit vier farblich markierten Ausgängen für jede Polarität: schwarz VL, rot VH, gelb HH und grün HL.

Besser auf Qualität vertrauen

Sie sehen schon: Bei näherer Betrachtung wird die Sache eher kompliziert. Und dann besteht eine SAT-Anlage ja nicht nur aus dem LNB, sondern umfasst weitere Komponenten, die alle sorgfältig aufeinander abgestimmt sein müssen. Wenn Sie keine Lust haben, sich selbst in die komplexe Thematik einzuarbeiten, fragen Sie am besten einen Technik-Profi-Fachhänder in Ihrer Nähe. Dieser Unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Komponenten und übernimmt auf Wunsch auch gern die Installation der kompletten SAT-Anlage bei Ihnen zu Hause. So können Sie sich einfach über den guten Empfang freuen, ohne weitere Gedanken an die Kreuzpolarisation zu verschwenden.

Übrigens, ein einfach verständliches Kriterium für einen hochwertigen LNB gibt es aber doch noch: die Verarbeitungsqualität. Denn eine Satellitenantenne – und mit ihr auch der LNB – ist ständig Staub, Regen, Eis und Feuchtigkeit ausgesetzt. Die LNB von Televes verfügen nach Herstellerangaben über die Schutzklasse IP 66 und sind somit für den Außeneinsatz ausgelegt.

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