Ein Haus, viele Empfänger: Multischalter machen’s möglich
Die Verteilung von Satelliten-TV in einem Gebäude ist eine Wissenschaft für sich, denn der Aufbau der SAT-Signale mit zwei Frequenzbereichen (Low- und Highband) und zwei Polarisationsebenen (horizontal und vertikal) ist komplex. Als flexible Signalverteiler, auch zur Erweiterung vorhandener Anlagen, kommen Multischalter häufig zum Einsatz.
Sobald es im Haus mehr als einen SAT-Receiver gibt – das ist bereits bei einem einzigen Fernsehgerät mit Twin-Tuner der Fall –, muss man sich Gedanken über das Thema Signalverteilung machen. Schließt man einfach zwei Empfänger an dasselbe Kabel an, lassen sich die Programme auf beiden Geräten nicht mehr unabhängig voneinander wählen – das ist bestimmt nicht Sinn der Sache.
In einem Einfamilienhaus ist es vielleicht noch möglich, für jeden Empfänger ein eigenes Koaxialkabel zur Empfangseinheit (LNB) der Satellitenantenne zu ziehen, bei mehr als vier Anschlüssen ist die sternförmige Verteilung über einen Multischalter aber oft eine praktikablere Lösung. Dies gilt vor allem für größere Anlagen in Mehrfamilienhäusern. Als Empfangseinheit an der SAT-Antenne wird in diesem Fall ein sogenannter Quattro-LNB eingesetzt, der die vier verschiedenen Kombinationen aus Frequenz- und Polarisationsebene über vier Koaxialkabel an den Multischalter überträgt. Dieser verteilt sie dann sternförmig an die einzelnen Empfänger im Haushalt.

Ein aktuelles Multischalter-Produkt ist beispielsweise der dCSS NevoSwitch des spanischen Herstellers Televes. Dabei handelt es sich um einen 5/16-Multischalter, das bedeutet, es können fünf Eingangskanäle (vier vom Quattro-LNB und zusätzlich das Signal einer terrestrischen Antenne) an bis zu 16 Receiver weitergeleitet werden. Der Multischalter ist zudem kaskadierbar, das heißt, es lassen sich mehrere Einheiten hintereinanderschalten. In Mehrfamilienhaus-Verteilanlagen wird zum Beispiel typischerweise ein Multischalter pro Etage eingesetzt.
Auch die nachträgliche Einbindung des Televes-Schalters in das Kaskadensystem vorhandenen Installation ist in vielen Bestandsanlagen möglich. Der dCSS NevoSwitch unterstützt die Standards SCR I (EN50494) und SCR II (EN 50607) sowie den Legacy Mode und ist somit mit vielen Receivertypen kompatibel. Dabei lassen sich die Receiver von der Kaskade elektrisch entkoppeln, was zum Schutz vor Überspannungen beitragen kann.

Eine Eigenschaft des dCSS NevoSwitch bei der Installation ist laut Hersteller, dass der Multischalter von verschiedenen Punkten im System aus mit Strom versorgt werden kann – wahlweise über das eigene Netzteil, die Teilnehmerausgänge oder die SAT-Ein- oder Ausgänge. Dabei kann der Installateur einstellen, ob der Schalter in eine bestehende Kaskade integriert wird oder den Strom über das eigene Netzteil beziehen soll. Im zweiten Fall bleibt die Stromversorgung der bestehenden Anlage unberührt und mögliche Auswirkungen auf die Receiver der Teilnehmer können reduziert werden.
Auch wenn das alles vom Prinzip her ganz einfach klingt, so steckt doch der Teufel im Detail (und Nachbarn, deren TV-Empfang zur Sportschau-Zeit plötzlich nicht mehr funktioniert, können ganz schön ungehalten werden). Deshalb raten wir Ihnen, die Installation oder Erweiterung Ihrer Satellitenanlage einem Technik-Profi-Fachhändler anzuvertrauen. Auch bei komplexeren Bestandsinstallationen kann er unterstützen.